Abends auf`m Berg – und das Paradies gesehen!

18:00 Uhr. Punkt. Vier Mann mit ihren geländegängigen Maschinen waren da. Klasse. Finno war leider nur fernmündlich zugeschaltet – das Büro hatte irgendwas gegen sein Engagement am Berg.

Die Entscheidung, wo wir hin fahren sollten, fiel sehr leicht. Josef erwähnte kurz, das “Paradies” wäre doch mal was. Was sollte man gegen dieses Argument  vorbringen?  “Fegefeuer” vielleicht?

Also nix wie hin. Über das Panzergelände in großen Schwüngen nach Deilinghofen und ab in den Balver Wald. Das Wetter hat – wie ja fast immer – mitgespielt. Paradies im Sturzregen entspricht ja auch nicht unser Phantasie, oder? Eher warm als kalt. Die etwas bedrohlichen Wolken sind auch Richtung Hochsauerland abgezogen. An den Bildern auf den Seiten dieser Tour kann man unschwer erkennen, was uns oben am Vista Point erwartete: das Paradies eben! Nebelbänke in den Tälern und blauen Himmel darüber. Das Sauerland zeigte sich von seiner Schokoladenseite. Jedenfalls habe ich niemanden mit Äpfeln gesehen. Auch waren alle bekleidet. Karl vor Allem.

Nach herrlich langer Abfahrt – sowohl schnell, als auch auf dem Single-Trail das körperliche Geschick fordernd – wurde aus der spirituellen Erfahrung schnell wieder irdischer Hedonismus. Maria bot frisch zubereitete Frikadellen, einen Eimer mit Pommes und erdig kühles Weizenbier feil – und schwupps waren wir wieder raus aus der erleuchteten Nummer.

Apropos erleuchtet. Der Heimweg über den Duloh gelang später nur mit Hilfe der Leuchte, vorne wie hinten.

Schön war`s im Paradies. Im Mettgenpin auch. Jaja – ich weiß – ist nicht das Gleiche, aber man kann`s ja jetzt schon mal versuchen, die Dinge in Einklang zu bringen. Ist ja nicht mehr so lange hin.

Heute achtzehn Uhr. UTC +2.

Der kleine Lutzi war neulich im Royal Observatory und hat in Greenwich den Null-Meridian befühlt. Das macht vielleicht nicht schlau – aber ehrfürchtig.

Time after time ...
Time after time …

Und weshalb mein Rennrad auf den Namen Tifus hören soll? Null Ahnung.

Man of the month

kann natürlich nur Karl Heinz sein. Anstatt, wie es naheliegend für alle anderen Radler gewesen wäre, erst mal im Mettgenpin zu gucken, ob das Bier auch schön kalt ist, hat er den pathfinder für unsere nächste Tour, vielleicht schon morgen, gemacht. Anstatt pünktlich um 20.00 noch einmal nachzuschmecken, ob immer noch alles gut am Bier ist hat er die Nacht zum Tage gemacht und ist blind durch den dunklen Wald gefahren; was doch eher dem Blinden zugekommen wäre. Anstatt zu jammern, wo denn die Kameraden – warum haben wir eigentlich keine Kameradinnen wo das doch gendermäßig vorgeschrieben ist – sind, hat er getan, was getan werden muss.

Da kann doch der Direktor mit seinen 1000 km auf einem Zuckerpüppchen von Rennrad (wahrscheinlich von Tifus!!!, wer weiß wo es her ist?) nicht gegen anstinken. Allerdings, schön ist es doch, dass er wieder da ist. Da haben die Verabredungen doch wieder Struktur, es erfolgen frühzeitige Nachfragen und, so ist zu vermuten, auch noch eine kurze Erinnerung morgen. Und dann kann man sicher den Geschichten lauschen, von lauen, rotweinseligen Abenden unter Olivenbäumen, gut gebrauchten cafés, launigen Gesprächen mit redseligen Franzosen und -Innen. Dem werden wir schon zeigen, wie der sture Sauerländer, kalt lächelnd, einsilbig bis stumm die stürmigen Gipfel des Landes der tausend Berge erklimmt. Ich bin dabei. Die Regenjacke ist im ‘Schmutzrucksack’, die Stirnlampe hat eine neue Batterie und schon jetzt freue ich mich auf einen warmen Grog im Vogelhäuschen. Bis denne!