Wie wäre es sonst zu erklären, dass diese Jungens – hier am Morgen im Regionalzug bei Kalthof – am Samstagabend, als wir noch das ohrenbetäubende christliche Glockengeläut in Remscheid-Lennep vernahmen, bereits in mehrere Tausend Kilometer entfernt in Lhasa oder in ähnlicher Region ein säuselndes Mantra über die Lippen brachten …?
… weil das Wetter ja dazu einlädt gehen mein Radkumpel Friedhelm und ich kurzerhand auf eine kleine Tour . Wir fahren mal ab Dortmund die sog. Römer-Lippe-Route nach Detmold.
Wenn ihr also am Mittwochabend im Vereinsheim sitzt, dann trinken wir auf Euch in Josefs ostwestfälischer Heimat. Zum Wohl in Lippstadt!
Unsere wunderbare Wochenendtour sei hier noch auf den Screen gebannt – am Sonntag haben wir tatsächlich die 1.000 Höhenmeter-Marke mit 1.163 m geknackt ….
Sonntagmorgens um 8:00 Uhr klingelt zunächst das Telefon.
Ein unmotivierter und regenfrusteter Reiter des edlen Rosses Cubyblue will absagen. Das kann ich nicht zulassen und Anja motiviert ihn mit Fury:
Während der Direktor seine Morgentoilette erledigt ruft der Bunte Karl an. Er müsse in die Lindenbrauerei. So? Der Direktor kann nicht eingreifen, weil: das ganze Gesicht voll Rasierschaum und Deo im Mund.
Um 9:30 Uhr steht der wilde Reiter gespornt, gestiefelt und in viel Gummi gekleidet vor der Tür. Wasser steht ihm bereits in den Gamaschen. Bei leichtem Regen geht es los.
Unterwegs klingelt es im Rucksack des Chefs. Der Blinde erbittet Absolution. Wegen “Muskelkater”. Geht`s noch? “Und nachts ist dunkler als draussen” würde der Ruhrie antworten …
Dann konnte der Direktor und alle anderen erwarten, dass wenigstens der Busfahrer und der Junglehrer am Start stehen und voller Tatendrang am Mettgenpin mit dem Vorderrad scharren. Nichts dergleichen: Beide ziehen offensichtlich den PPNV (Persönlichen Personen NahVerkehr) im warmen Bett vor.
Und dann das noch. Kaum sind wir zu fünft (Atta, Scheibe, CubyBlue, der Novize und seine Majestät) auf wunderschöner Strecke, setzt der Drecks-Regen wieder ein. Und zwar richtig. Sauerland eben. Trotzdem sind wir eineinhalb Stunden durch die Grohe-Dusche gestrampelt. Als das Gamaschen-Wasser bei allen den Pegelhöchstand von 7,20 m erreicht hat, sind wir im Vereinsheim zum “denen versauen wir jetzt erstmal richtig die Gaststube” eingetroffen und haben dies flugs bei Cappuccino und Weissbier feucht erledigt.
Zu guter Letzt auf der Tour hat der Novize sich nur noch schnell trocken anziehen wollen, scherte aus – und wollte dann ins Vereinsheim nachkommen. Dort war er aber nicht mehr aufzufinden. Ertrunken? Vom Weg abgekommen? Erfroren? In der Badewanne eingeschlafen?
Wie also, soll ich daaaa arbeiten?
Ein Schmankerl noch zu guter Letzt. Hier seht Ihr die Sonntagsrunde nett animiert. Digitale Spielerei.
Karl, Atta, Cubyblue, der Blinde, der Novize – und der Direktor passt natürlich gut auf alle Mitfahrer auf.
Am Samstagabend stößt noch die Scheibe zum Clubabend beim Pilsken hinzu. Ein kleiner Dank geht dabei an Anke.
Wo geht`s lang?
Mit der Bahn AG morgens 7:51 Uhr ab Iserlohn – via Schwerte – nach Opladen. Dann hinter dem Fahrradnavigator hinterher – schätzungsweise 50 km … in einer Schleife um die Dhünn Talsperre herum bis Remscheid-Lennep.
Hotel Wuppertaler Hof. Ganz in bergischem Schiefer gewandet.
Im dortigen Restaurant … ein Tisch ist gebucht … findet ein Herrenabend des Clubs mit Aussprache statt. Mit Umtrunk.
Wie wird übernachtet?
Drei Zweibettzimmer und ein Einzelzimmer sind gebucht. Frühstücksbuffet gibt es ebenfalls. 40.- pro Bett im DZ.
Auch sonntags noch strampeln?
Ja sicher! Es gilt, die Strecke bis ins Vereinsheim geschickt und bergig zu überwinden. Vorbei an den Gestaden des Bergischen Landes … Wipperfürth , Wermelskirchen, Volmarstein … sogar die Perle Westfalens, das “Volme-Florenz” Hagen, liegt auf dem Weg.
Es war sogar recht zutraulich – lag das an unserem artgerechten Geruch? Atta hat noch ein Foto geschossen, das ich dann später nachreiche. Das Foto oben zeigt ein Jungtier im Landeanflug.
Ansonsten war es heute eine kleine Runde bei schönem Wetter – morgens beim Start zuhause waren wir sämtlich alle zu warm angezogen – das erklärt dann vielleicht auch unser Eau de Mufflon.